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Heilig Abend am Bauwagen

Rückblick "Christmas in the City" 2021

Weihnachten unter drogenabhängigen und obdachlosen Menschen in Hannover

Einsatzwoche „Christmas in the City“ vom 19.12. bis 25.12.2021 thumb Musik

-  „Warum lässt Gott all dieses Leid zu?“ – Begegnungen auf der Straße
-  Mehr Crackkonsumenten und Obdachlose in Hannover und trotzdem weniger Betroffene auf den Szeneplätzen. Wie kann das sein?
-  Einsatz in Hamburg – bringt das überhaupt etwas?
-  Friedlicher Heiligabend am Bauwagen und besondere Begegnungen am 1. Weihnachtstag

Auch in diesem Jahr konnte trotz der Pandemie vom 19.12. bis zum 25.12.2021 die Einsatzwoche „Christmas in the City“ mit 35, zum Teil ehrenamtlich Teilnehmenden, stattfinden. Am Sonntag, den 19.12.2021, startete die Einsatzwoche mit einem gemeinsamen Kennenlernen im "Haus der Hoffnung" (Hannover-Ahlem). Am Abend gab es den ersten Einsatz am Steintor in der Innenstadt.

thumb Gespräche am Schwarzen BärBegegnungen auf der Straße
In den folgenden Tagen wurden 5 Szeneplätze in Hannover von kleinen Teams regelmäßig aufgesucht, darunter u.a. der Schwarze Bär in Linden, an dem sich eine große Substitutionsvergabestelle befindet. Der leitende Arzt hat sich extra für uns Zeit genommen und offene Türen für die aufsuchende Arbeit signalisiert. Viele Betroffene kommen schon seit Jahrzehnten hierhin. In den Begegnungen hörten wir:

„Ich habe eine Leberzirrhose und COPD und kann mich nur noch langsam bewegen.“
„Ich würde gerne an Gott glauben, aber warum lässt er all dieses Leid zu?“
„Ich habe keine Hoffnung mehr für mich, oder eine Therapie.“
„Ich möchte meinem Leben ein Ende setzen.“
„Jeden Tag komme ich hierhin, sonst habe ich keine Kontakte.“

Was antwortet man darauf? Wir hörten zu, luden zum Bauwagen und Bistro ein und gaben unsere Zeitschrift „Der Ausweg“ mit Lebensberichten von Ehemaligen weiter. Matthias (Name geändert) war als Ehemaliger aus der Nachsorge in Amelith mit dabei, erzählte von seiner früheren Perspektivlosigkeit und was ihm neu Hoffnung gegeben hat. Anschließend trafen wir uns nochmal im Bistro als Team, um gezielt für die Menschen zu beten. Wir vertrauen darauf, dass Gebet dort helfen kann, wo sonst keine Worte mehr erreichen.

Mehr Crackkonsumenten und Obdachlose?thumb Auf dem Weg in die Drogenszene
Tatsächlich haben der Crackkonsum sowie die Zahl der obdachlosen Menschen in der Innenstadt von Hannover zugenommen. Es ist nicht leicht, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen, da viele durch die Droge sehr hektisch und aggressiv agieren. Zusammen mit anderen Einrichtungen und der LHH wird versucht, für diesen Personenkreis und auch die zunehmenden obdachlosen Menschen neue Hilfsmöglichkeiten zu schaffen. Das betrifft auch unsere Streetwork, die sich im letzten Jahr intensiviert hat. Trotzdem waren während der Einsatzwochen viele Szeneplätze nicht so voll wie sonst. Warum? Wir hörten, dass durch erfolgreiche Observationen der Polizei viele Betroffene kurz vor Weihnachten verhaftet worden sind, u.a. mit dem Ziel, dass sie in Haft auch einen besseren Schutz vor dem Kältetod als auf der Straße haben. Für die Einsatzwoche gab uns dieses Phänomen die Möglichkeit, die Szeneplätze mit mehr Ruhe und intensiveren Begegnungen zu besuchen.

thumb Drogenszene HamburgEinsatz in Hamburg – bringt das überhaupt etwas?
Während der Einsatzwoche waren wir auch in Hamburg und Braunschweig. Die offene Drogenszene in Hamburg ist größer und die Menschen sind stärker verelendet. Was kann da ein Einsatz in dieser Zeit schon bewirken? Alexander Fitz (langjähriger Mitarbeiter im Neuen Land) berichtete vor kurzem sehr erfreut, dass eine Frau aufgrund des Einsatzes im Sommer (Summer in the City) nun im Therapiehaus Amelith angekommen ist. Wie so oft war diese Entwicklung bei dem damaligen Einsatz noch überhaupt nicht zu erkennen. Zusammen mit den anderen Teilnehmenden fuhr Alexander somit neu motiviert nach Hamburg – es lohnt sich immer!

 

Weihnachtsstube am Heiligabend und 1. Weihnachtstagthumb Heilig Abend am Bauwagen
Etwa 140 Betroffene sind an Heiligabend auf den Platz vor dem Bauwagen gekommen. Grillwürstchen und Salate, warme Getränke, Livemusik, Lebensberichte und kurze Impulse, dazu viele Tannenbäume und Lichterschmuck ließen den Platz für ein paar Stunden zum einem Ort der Hoffnung, Wärme und Geborgenheit werden. Das war sehr berührend. Am 1. Weihnachtstag gab es ein kleineres, ähnliches Angebot, welches von etwa 50 Personen in Anspruch genommen wurde. Dieses Mal konnte auch der Bauwagen zum Aufwärmen geöffnet werden.

Zwei Journalistinnen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung nahmen sich viel Zeit für uns, ihr Artikel kann hier nachgelesen werden: Weihnachten am Bauwagen (HAZ, 27.12.21)

Auch die Neue Presse hat einen Artikel veröffentlicht: "So feiern Drogensüchtige und Obdachlose unter der Raschplatzhochbrücke Weihnachten" (NP, 26.12.21)

                               Unser Dank

Wir möchten an dieser Stelle herzlich DANKE an alle 35 Teilnehmende für ihr großartiges ehrenamtliches Engagement sagen! Das Wort Gottes kehrt nicht leer zurück – nichts von dem, was ihr getan habt, war umsonst! DANKE an alle christlichen Gemeinden, die im Vorfeld für diese Einsatzwoche gespendet, gebetet und Geschenke gepackt haben. DANKE an alle ehemals drogenabhängigen Teilnehmenden – ihr seid Hoffnungsträger durch euer eigenes Leben!

Michael Lenzen (Leitung Neues Land)