"Ich bin so froh, dass ich den Weg gegangen bin. Meine Sehnsucht hat sich erfüllt."

Solange ich denken kann, hatte ich eine Sehnsucht nach einem erfüllten Leben in meinem Herzen. Ich wusste nur nicht, wie ich die stillen konnte.

Mit 16 Jahren war ich mit meinen Eltern aus dem Ural-Gebiet / Russland nach Deutschland gekommen. Meine Mutter ist Russin, mein Vater Deutscher.

Ich landete zuerst – für 1 ½ Jahre - in einem Internat, in dem ich deutsch lernte und die Schule besuchte. Hier waren Ausländer und Aussiedler aus aller Herren Länder. Das Internat lag nahe der holländischen Grenze. Neben Alkohol (Wodka) hatte ich meine ersten Kontakte mit Haschisch. Es ging hoch her und es gab manche Schlägerei.

Dann kam ich zu meiner Familie. Ich machte meinen Führerschein und war von da an viel unterwegs. Die Berufsfachschule, die ich besuchte, war Nebensache. Auch meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann verlief locker. Ich war nicht ausgefüllt. Ich hatte keine Freundin, aber einen Freund und Geld. Wir experimentierten mit Drogen, konsumierten Heroin und Tabletten. Das hat mir in der ersten Zeit viel Spaß gemacht. Ich fühlte mich jetzt irgendwie ausgefüllt und glücklich. Das Heroin machte meine Defizite weg und ich hatte keine unausgefüllten Lücken mehr. In diesem Zustand lernte ich meine jetzige Frau kennen. Wir hatten zunächst ein Wochenendverhältnis. Sie hat von meinem Drogenkonsum nichts gemerkt. Niemand. Ich nahm mehr und mehr Heroin. Lebte eine Art Doppelleben. Meine Freundin wurde schwanger. Was machen wir jetzt? Abtreiben wollten wir nicht. Ich ging noch zur Schule, sie war in Ausbildung. Auf einmal musste ich Verantwortung übernehmen. ich bekam Arbeit. Wir fanden eine Wohnung und heirateten. Ich musste viel arbeiten – 12 Stunden täglich. Ich musste mich beweisen und durchsetzen. Aber die Situation hat mich sehr überfordert, Es war eine Katastrophe. Ich wusste nichts anderes, als dass ich Drogen nahm. Sie haben mich stark gemacht und ich konnte mehr leisten. Sie waren mein Ausweg. Doch dann brach alles zusammen. Es kam alles raus. Ich war müde, schlief am helllichten Tag ein, baute Lügengeschichten auf, habe abgenommen und war ständig weg. Meine Tochter wurde geboren.

Ich war fix und fertig. Ich wollte aufhören mit Drogen. Aber wie? Ich versuchte alles Mögliche: Akupunktur, Hypnosen. Ich bin viel umher gefahren und habe viel Geld bezahlt. Aber alles hat mir nichts gebracht. Die Droge war stärker, obwohl ich eigentlich gar nichts mehr nehmen wollte. Meine Frau war am Ende mit mir: "Jetzt ist Feierabend", sagte sie, "du musst was tun!" Ich war mittlerweile 25 Jahre alt. Nach einer Entgiftung entschloss ich mich zu einer staatlichen Therapie. Vier Monate bin ich da geblieben. Gebracht hat es mir letzten Endes jedoch nichts. Man wollte uns durch Disziplin heilen. Es gab kaum Einzelgespräche und mein Vertrauen war gleich null. Die konnten mir nicht helfen. Das einzig Gute dort war der Sport. Ich habe dann abgebrochen.

Wieder zuhause, waren alle enttäuscht: Ich selbst, aber auch meine Frau und meine Eltern. Alle Anforderungen waren mir jetzt zu viel und ich hielt die Situation kaum aus, bis ich wieder Drogen nahm. Das führte dazu, dass ich sehr starke Rückfälle hatte, im Betrieb klaute und meine Arbeit verlor. Wir zogen um. Meine Eltern unterstützten mich, wo sie konnten. Aber ich kriegte nichts hin. Ich fing wieder an Drogen zu nehmen. Statt zu arbeiten, machte ich Sport. Das brachte mir ein gewisses Gleichgewicht. Ich war damals richtig sportsüchtig. Aber wenn ich Geld hatte, rutschte ich total ab. Es ging völlig den Berg runter. Nur meine Sehnsucht nach Drogen war noch da und wurde immer stärker. Meine Eltern waren fertig, meine Frau war fertig. Meine Frau schmiss mich raus und ich ging wie ein kleines Kind zu meinen Eltern. Es war furchtbar. Ich war am Ende. Alle Entgiftungen hatten immer wieder zu Rückfällen geführt. Was sollte ich tun?

Dann kam Licht in mein Leben. Im Fernsehen kam ich auf einen christlichen Kanal, der eine Sendung über Drogenabhängige zeigte, die durch Gott frei geworden waren. Das hat eine Sehnsucht in mir frei gelegt, dass ich mir 'ne Bibel geholt habe und anfing zu beten. Eines Nachts hatte ich einen Traum, in dem mir Jesus erschien und mich mit meinem Namen rief. So etwas kannte ich nicht. Mir wurde ganz warm ums Herz und ich betete, dass Gott mir ein Zeichen geben sollte, dass das Realität sei. Ich sah dann ein Herz an der Wand. Das Erleben ließ mich nicht mehr los.

Wieder in einer Entgiftung, erzählte mir mein Zimmerkollege von einer christlichen Therapie. Da wusste ich, was ich wollte.

Aber mein Kostenträger machte nicht mit. Ich bekam die Kostenzusage immer für 'ne andere Therapie. Das kam für mich nicht mehr in Frage. Ich betete für eine Kostenzusage fürs Neue Land. Und das war dann auch meine erste Gebetserhörung, dass ich sie bekam.

Auf einmal war ich im Neuen Land. Ich merkte schnell, dass ich hier was erreichen konnte. Ich habe mich gefreut, dass ich reden konnte. Ich habe mich immer auf die Gespräche gefreut, sie haben mir so gut getan. Die Menschen waren freundlich und hatten etwas in den Augen, das mich neugierig machte. Dem Geheimnis wollte ich auf die Spur kommen. Ich war hungrig zu lesen, was in der Bibel steht. Ich war wie ein Schwamm, der alles aufsaugt. Ich habe viel erkannt, war aber in der Gruppe zunächst noch zurückhaltend. Ich brauchte Zeit, mich zu öffnen. Aber allmählich fand ich diese Freiheit.

Die Therapie hat mich dann mehr und mehr verändert. Mir ist viel aufgegangen. In Gesprächen mit meinen Eltern und meiner Frau konnte ich viel klären und ich konnte neue Prioritäten setzen. Meine Frau erkannte meine Veränderungen und konnte mir wieder neu vertrauen. Trotzdem blieb ich nach meiner Therapie noch im Neuen Land. Ich wollte sicher gehen. Bin aber oft nach Hause gefahren. Bis ich den Schritt ganz nach Hause gehen konnte. Als meine Frau erneut schwanger wurde, war unsere Freude groß. Wir zogen in die Nähe des Neuen Landes und begannen einen Neuanfang.

Ich habe viel Neues bekommen. Mein Glaube füllt meine Sehnsucht aus. Ich habe kein Verlangen mehr nach Drogen oder Alkohol. Ich rauche auch nicht mehr. An meinen Schwierigkeiten arbeite ich weiter, aber wir können gut so leben. Mit meiner Frau zusammen kann ich die Gottesdienste in meiner Gemeinde besuchen. Noch arbeite ich nur einige Stunden im Monat. Die meiste Zeit bin ich Hausmann und bin bei den Kindern. Meine Frau hat eine Arbeit gefunden, die uns diesen Ablauf ermöglicht.

Ich glaube, dass Gott viel gewirkt hat in meinem Leben. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich mit Namen gerufen hat und mich liebt. Er hat sich meiner Verzweiflung angenommen und meine Sehnsucht gestillt. Glaub mir, das gilt auch für dich. Es gibt immer einen neuen Anfang. Es lohnt sich, den Weg zu gehen. Du kannst ihn finden. Gott will auch deine Sehnsucht ausfüllen!"

Konstantin