altUnser "Haus der Hoffnung" ist als das ehemalige Mädchenhaus Teil der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem. Es ist ein Denkmal der jüdischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das einmalig in Europa ist und das als Stätte der zwangsweisen Unterbringung von Juden vor ihrer Deportation in Konzentrationslager weiteren geschichtlichen Wert erhält.

Das Haus wurde 1903 als Teil der 1893 gegründeten Israelitischen Erziehungsanstalt von dem jüdischen Bankier  Alexander Moritz Simon erbaut und später in die Israelitische Gartenbauschule umgewandelt. Das Haus war einmal die "Zierde der ganzen Gegend".

Das Haus diente zunächst der Erziehung und der (Haushaltungs-) Ausbildung von jüdischen Mädchen. Deshalb die überlieferte Bezeichnung "Mädchenhaus". Die Mädchen sollte eine lebensnahe Ausbildung erhalten und sie sollten u. a. davor bewahrt werden, dass sie sich in "mancher Beziehung moralisch gefährdeten Berufsarten hingeben".

1914 - 1918 diente das Haus als Reservelazarett im 1. Weltkrieg.

altAb 1918 wurden jüdische Mädchen und Jungen hier zwecks Berufsumschichtung in Landwirtschaft und Gartenbau ausgebildet. Das war die Hochzeit der Israelitischen Gartenbauschule. Ihr guter Ruf ging weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Junge Leute gingen von hier aus nach Palästina, um dort das Land zu bestellen und erste Kibbuzim in Israel zu gründen. 1921 wurde das Haus zu einem Knabenhaus. Den Jungen standen in diesem Haus Schlaf-, Speise-, Aufenthalts- und Schulräume zur Verfügung.

1936 - 39 wurde das Haus als "ländliche Hauswirtschaftsschule" wieder für Mädchen genutzt. 1939 wurde es für die jüdische Nutzung geschlossen.

1939 bis weit in die 40-er Jahre diente das Haus als Ausweichkrankenhaus für das im Krieg beschädigte Nordstadt-Krankenhaus.

Auf dem Gelände befanden sich weitere Gebäude, die ursprünglich zur Israelitischen Gartenbauschule gehörten. Eines der Gebäude wurde in der Nazi-Zeit als sog. "Judenhaus" genutzt. Juden wurden hier gesammelt und zum größten Teil in Konzentrationslager deportiert, wo sie zu Tode kamen. 1945 überlebten hier nach Kriegsende die letzten 27 Juden in Hannover. Ein anderes Gebäude diente der Gestapo als Gefängnis. Auf dem Gelände befand sich außerdem eine Laubhütte, in der Hunderte von Juden und Zwangsarbeiter erhängt oder erschossen wurden. Eine tragische Geschichte in einer grausamen und notvollen Zeit!

1956 erfolgte der Ankauf des Geländes inkl. der Gebäude durch die Landwirtschaftskammer Hannover und wurde zur gartenbaulichen Fachschule Ahlem.

Unser Gebäude gehörte zwischenzeitlich der Conti Hannover.

Von 1990 - 1998 war es ein Wohnheim für Asylanten. Es war auch ein Dreh- und Angelpunkt der russischen Drogenszene, wie wir im Nachhinein feststellten. Einige unserer russischsprachigen Drogenabhängigen haben hier mit ihren Familien gelebt und auch ihre "Geschäfte" getätigt.

Seit 1998 stand das Haus leer und wurde durch Wettereinflüsse und Vandalismus stark beschädigt. Sämtlich Werte wurden in dieser Zeit "geklaut", bis hin zu den Heizkörpern und Kupferrohren. 

Am 10.09.2003 haben wir das Haus für 130.000 Euro in einer Zwangsversteigerung erstanden.

Seitdem befindet sich das Haus im Aufbau. Es soll ein "Haus der Hoffnung" werden.

Einige Teile sind bereits fertig geworden, andere Teile warten noch auf ihre Fertigstellung. Wir arbeiten immer so schnell wie wir ehrenamtliche Helfer und finanzielle Mittel haben.

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