Bewegende Begegnungen in der Drogenszene

In der Woche vom 19.08.-25.08.2018 gingen wieder etwa 50 ehrenamtliche Teilnehmer aus weiten Teilen Deutschlands zu den Plätzen in Hannover, die sonst fast keiner aufsucht: in die Drogenszene. Motiviert durch ihre Liebe zu Randgruppen der Gesellschaft machten sie unsere Einsatzwoche „Summer in the City“ im Rahmen der niedrigschwelligen und aufsuchenden Arbeit des Neuen Landes mit. Es waren auch etliche junge Leute dabei, die vorher noch keine Erfahrungen im Umgang mit Drogenabhängigen gemacht haben. Sie waren sehr aufgeschlossen, ließen sich auf diesen neuen Bereich ein und fanden gut in die Einsätze hinein.

Das „Summer in the City“-Team hatte eine besondere Ausstrahlung auf den verschiedenen Plätzen in der Drogenszene. Einige drogenabhängige Menschen beobachteten das Team einfach und gaben uns Feedback, dass es sie sehr berührt hat, wie die Teilnehmer miteinander und mit Menschen umgingen, wie sie zusammenwirkten und was sie für Drogenabhängige und Obdachlose getan haben.

Die Einsatzwoche begann mit einem Aussendungsgottesdienst in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Arche Hannover. Dort wurde das Teilnehmer-Team gesegnet und ermutigt, sich von Jesus Christus senden zu lassen zu den Menschen in der Drogenszene.

An den darauf folgenden Tagen wurden Einsätze zum Raschplatz, Stellwerk, Schünemann­platz, Schwarzen Bär, Braunschweiger Platz und zur Gartenkirche durchgeführt, wo sich drogen- und alkoholabhängige treffen. Es fanden auch Außeneinsätze nach Braunschweig, Göttingen, Hamburg und Berlin statt.

Unser Drogenkontaktcafé Bauwagen hatte in dieser Woche jeden Tag von 12:00-17:30h geöffnet und es gab immer ein kostenloses Mittagessen für die Menschen von der Szene. Es kamen ungefähr ein Drittel mehr Menschen zum Bauwagen als sonst. Die Teilnehmer von „Summer in the City“ unterstützten die Bauwagen-Schichten und waren total engagiert und fleißig. Sie haben sehr gut zusammengearbeitet und auch viele Aufgaben im Hintergrund übernommen.

Sowohl im Bauwagen als auch an den unterschiedlichen Szene-Plätzen in Hannover entstanden gute Kontakte und intensive Gespräche über Lebens- und Glaubensfragen. Die Teilnehmer ermutigten drogenabhängige und obdachlose Menschen zum Ausstieg aus der Sucht und zur Veränderung ihres Lebens. Dabei begegneten sie ihnen aber nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe in dem Wissen, dass jeder Mensch Schwächen hat und Fehler macht. Sie gaben ihnen auch die Hoffnung durch das Evangelium von Jesus Christus weiter.

Am Raschplatz gab es eine eindrucksvolle Begegnung mit einer obdachlosen Frau, die erzählte, wie viel es ihr bedeutet, dass unsere Mitarbeiter ihr und anderen Menschen auf der Szene zur Begrüßung oder Verabschiedung die Hand geben. Dadurch fühlt sie sich wahrgenommen und wertgeschätzt, da sie sonst viel Abneigung und Distanz erlebt.

Der Höhepunkt unserer Einsatzwoche war das Sommerfest vor dem Bauwagen, bei dem wir auch das 30-jährige Jubiläum des Drogenkontaktcafés gefeiert haben. Etwa 250-300 Menschen von der Szene sind unserer Einladung gefolgt und wir erlebten einen sehr schönen Nachmittag mit ihnen. Zuerst war die Stimmung unruhig, auch bedingt durch das stürmische Wetter. Dies hat sich aber schnell komplett gewandelt, so dass wir ein sehr friedliches und entspanntes Fest feiern konnten. Eine tolle Band spielte Lobpreislieder zur Ehre Gottes, wobei viele Szene-Gäste mitgingen und einige Tränen in den Augen hatten. Eine Frau kam auch mit Tränen in den Augen zum Kuchen-Buffet und fragte: „Warum macht ihr das für uns?“

Anlässlich des 30-jährigen Bauwagen-Jubiläums war der Drogenbeauftragte der Stadt Hannover, Frank Woike, zum Sommerfest gekommen und hielt eine kurze Ansprache, in der er seine Wertschätzung für die Arbeit des Neuen Landes zum Ausdruck brachte. Auch der Gesamtleiter des Neuen Landes, Eberhard Ruß, war gekommen und richtete sehr lobende Worte an das Team von „Summer in the City“. Reinhard Grammlich, Leiter des Drogenkontaktcafés Bauwagen, stellte in wenigen Sätzen eindrücklich dar, was 30 Jahre Bauwagen für die Menschen von der Szene, die Mitarbeiter des Neuen Landes und die Stadt Hannover bedeutet.

Wir danken allen Teilnehmern von „Summer in the City“ ganz herzlich für ihr großes ehrenamtliches Engagement und ihr Herz für die Randgruppen unserer Gesellschaft. Auch bei den Gemeinden, die uns im Gebet und mit Kuchen- und Salatspenden für das Sommerfest unterstützt haben, bedanken wir uns sehr herzlich.

Diese Einsatzwoche war wieder ein Beispiel dafür, dass unsere Arbeit ohne die Unterstützung von Ehrenamtlichen nicht funktionieren würde. Die vielen Einsätze und das Sommerfest hätten wir nicht in dieser Weise durchführen können.

In der Woche nach „Summer in the City“ kamen mehr Menschen von der Drogenszene in unser „SOS-Bistro“ als vorher. Das zeigt uns wieder, dass sich unser Einsatz lohnt und für drogenabhängige Menschen eine echte Hilfe ist.

Daniela Keil

Gruppenbild Homepage

 

"Fresh Up" - Einsätze am Opernplatz

Bei "Summer in the City" durften wir dieses Jahr gemeinsam einen neuen Einsatzbereich erforschen: Die jugendliche Szene am Opernplatz Hannovers.

Im Rahmen von "Fresh-Up", unserer nun schon 7-jährigen Straßenarbeit unter konsumierenden Jugendlichen, zogen wir an drei Abenden und einem Nachmittag mit sechs bis neun Leuten und unserem prall gefüllten Bollerwagen (Wasser, Muffins, Infomaterial, …) durch die Fußgängerzone zum Opernplatz, um dort gezielt Beziehungsarbeit unter Jugendlichen zwischen 13 und Mitte 20 Jahren zu leisten, die ihre (Frei-)Zeit immer häufiger an diesem Ort verbringen.

Es war schön zu sehen, wie groß der Wunsch nach dieser Begegnung unter den Teilnehmern von "Summer in the City" war. Für viele war es ein neues Erlebnis, denn die Jugendszene ist komplett anders als die bekannte Drogenszene. Sie ist auf der einen Seite so unglaublich offen, wenn Jugendliche einem ihr Vertrauen schenken, und auf der anderen Seite so abweisend mit riesigen Schutzmauern, die von manchen aufgefahren werden, besonders wenn deutlich wird, dass wir Christen sind. „Hallo, ich bin Satanistin und habe kein Interesse, über Gott zu reden!“, so wurde ein Mitarbeiter von einer 14-jährigen begrüßt.

Viele spielen mit dieser Dunkelheit ohne zu wissen, worauf sie sich einlassen. Diese Realität schlug uns auch an manchen dieser Tagen sehr massiv entgegen. Dennoch ergaben sich in den vier Tagen nach anfänglicher kritischer Begutachtung mit einigen der insgesamt 30-40 Jugendlichen gute Gespräche. So manche Lebensgeschichte wurde den MitarbeiterInnen anvertraut, wir durften nachfragen und auch von Jesus erzählen. Das Thema Drogenkonsum war für die meisten präsent und so konnten wir einigen auch gute Impulse zum Thema Sucht weitergeben.

An den ersten drei Tagen haben wir gezielt mit Flyern für den Freitagabend eingeladen, denn ähnlich wie beim Sommerfest am Bauwagen sollte es ein Grillfest extra für die Jugendlichen geben. Die Chance lag für uns darin, dass sie unsere Arbeit etwas besser kennen lernen und dadurch Hürden abgebaut werden. Wir wollten nicht immer diejenigen sein, die zu ihnen kommen, sondern auch den Raum schaffen, dass sie uns in unserer „Welt“ besuchen können. Tatsächlich durften wir am Freitag zwischen 22:00 bis 01:00 Uhr ca. 15 junge Menschen willkommen heißen, die mit uns gegessen, gelacht aber auch Gespräche mit Tiefgang geführt haben. Um keine Jugendlichen zu verlieren, haben wir extra einen VW-Bus-Shuttle angeboten, der vom Opernplatz zum Bauwagen fuhr und auch zum Einsatz kam. Es war schön zu sehen, dass unser Angebot dankbar und mit Interesse angenommen wurde.

Wir vom "Fresh-Up"-Team glauben, dass mit dieser Szene eine neue Möglichkeit für Beziehungsarbeit geschaffen wurde. Die stetige Präsenz und das Erschließen dieses Raumes an den vier Tagen hat ein neues Gefühl für die Belange der Jugendlichen entstehen lassen. Die Not ist unvorstellbar groß, das Bedürfnis zu reden und ernst genommen zu werden ebenfalls. Perspektivlosigkeit und fehlende Orientierung, Sucht und Selbstzweifel, Angst, psychische Probleme und die Spielereien mit schwarzer Magie machen diese Szene, die ständig im Wandel ist, zu einem lauten Hilfeschrei.

Wir wünschen uns, dass Jesus durch uns sein Licht in diese Finsternis strahlen kann und wir eine Antwort sein können auf die nagende Frage der Jugendlichen: „Sieht uns denn keiner?“ Auch wenn die Inanspruchnahme unserer langfristigen Hilfsangebote für die Jugendlichen noch in weiter Ferne zu sein scheint, ist es umso wichtiger, dass sie wissen, wohin sie gehen können, wenn sie es nicht mehr alleine schaffen wollen.

Doch dafür brauchen wir mehr Menschen mit Liebe für diese Zielgruppe, um ihnen unsere Hand zu reichen, bevor es „andere“ tun.
Vielleicht hast du ja Lust mal mitzukommen?
Dann wende dich an Alisha Giebel: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Wir freuen uns über jeden, der diese Vision mit uns weiterbauen möchte.

Alisha Giebel

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